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Großübung im mittleren Landkreis

25 Feuerwehren stellen die Abschnittsführungsstelle auf die Probe

 

25 Feuerwehren des mittleren Landkreises probten am Samstag den Ernstfall. Angenommenes Szenario war eine schwere Unwetterfront, die von Südwesten her über den Landkreis zog. Die Folgen: Vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume, geknickte Strommasten und zahlreiche Brände. Ziel der Großübung war neben dem Zusammenspiel der einzelnen Feuerwehren der Test der Leistungsfähigkeit der Abschnittsführungsstelle Marktoberdorf. Stößt bei einer Großschadenslage die integrierte Leitstelle (ILS) an ihre Grenzen, so wird die Abschnittsführungsstelle besetzt. Von hier aus werden die einzelnen Einsätze koordiniert, Fahrzeuge disponiert und der Nachschub geregelt.

Die Übung begann mit ersten Einsätzen im Raum Görisried. Hier galt es für die örtlichen Kräfte, vollgelaufene Keller auszupumpen und eine verunglückte  Person zu retten. Wenig später erhöhten sich die Notrufe drastisch, die ILS stellte daraufhin die Abschnittsführungsstelle Marktoberdorf in Dienst. 11 Mitglieder der Feuerwehr Marktoberdorf und der Kreisbrandinspektion besetzten daraufhin die Räumlichkeiten in der Marktoberdorfer Wache. Die Aufgaben waren klar verteilt: Per Funk, Telefon und Fax ankommende Einsätze mussten erfasst und nach Örtlichkeit und Brisanz eingeordnet werden. Im Lageraum wurden die Einsätze unter der Führung des Kreisbrandrates koordiniert und verteilt. An den Funktischen leiteten zwei Kameraden die alarmierten Fahrzeuge zu ihren Einsatzstellen. Schnell zeigte sich jedoch, dass der zur Verfügung stehende Funkkanal überlastet ist. Um für Entlastung zu sorgen, wurden die Lagemeldungen der Einsatzstellen per Telefon abgefragt.

In der Zwischenzeit eilten die Kameraden in ihren Einsatzfahrzeugen von einem Einsatz zum nächsten. In Marktoberdorf drohte am Schulzentrum ein Baugerüst umzufallen, gleichzeitig ereignete sich in der Innenstadt ein schwerer Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person. Andernorts musste eine Person unter einem umgeknickten Strommast befreit werden.

Insgesamt musste die Abschnittsführungsstelle an diesem Vormittag 153 Einsätze abwickeln. Zwar herrschte hektischer Betrieb, zum erwarteten „Time-Out“ - einer Unterbrechung der Übung um sich neu zu ordnen - kam es aber nicht. Insgesamt waren alle Beteiligten und Beobachter zufrieden mit dem Übungsverlauf. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die organisatorische Verbesserung aller Abschnittsführungsstellen im Landkreis ein fliesen. [mo 22.10.2012]